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Prof. Dr. Peter Finke
Universität Zürich
über
Identität als strategische Ressource oder kognitive Disposition – Beispiele aus Zentralasien

In der Debatte um kollektive Identitäten wird oft die tiefe Verwurzelung von “primordialen Bindungen” kon-trastiert mit ihrer mehr oder weniger strategischen Nutzung für ökonomische und politische Ziele. Offen¬sichtlich schließen diese Erklärungsmodelle einander nicht zwingend aus. Fallbeispiele aus Zentralasien zei-gen, dass diese Varianz nicht nur situational ist, sondern auch mit unterschiedlichen kulturellen Konzepten von Gruppenzugehörigkeit und Persönlichkeit zusammenhängt.

Peter Finke studierte Ethnologie und Zentralasienwissenschaften in München, Göttingen, Berlin und Köln. Er habilitierte sich 2006 mit einer Arbeit zu Variationen usbekischer Identität an der Universität Leipzig. Seit Herbst 2006 ist Peter Finke Professor für Ethnologie an der Universität Zürich.

Zeit und Ort:
Donnerstag, den 3. Mai 2007, 19 Uhr,
Völkerkundemuseum, Maximilianstr. 42

Do., 14.12.06, 19.00 Uhr
Vortrag
Die Kulturen des alten Peru, von Tiwanaku bis zu den Chimu
Anton Schnell, Germering
Veranstalter: Freundeskreis des Völkerkundemuseums München
Eintritt frei

am kommenden Freitag, den 10. November, starten die diesjährigen Tage des Ethnologischen Films im Museum für Völkerkunde München mit dem filmischen Glanzstück Sand und Wasser des Regisseurs Shaheen Dill-Riaz aus Bangladesh, der bei der Vorführung anwesend sein wird.

Das detaillierte Programm der bis zum 19. November 2006 andauernden Filmtage finden Sie auf www.voelkerkundemuseum-muenchen.de im Bereich Veranstaltungen unter der Rubrik Ethno-Filmtage.

Die Tage des Ethnologischen Films sind eine Veranstaltung der Mediengruppe München in der Filmstadt München e.V. in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Völkerkunde München und dem Institut für Ethnologie und Afrikanistik der Universität München.

(Terminänderungen gibt es im hier)

Do., 02.11.06, 19.00 Uhr,
Vortrag „Sudanesische Fastenpraxis im Monat Ramadan“, Valerie Hänsch, M.A., München
Veranstalter: Freundeskreis des Völkerkundemuseums München
Eintritt frei

Fremde Freunde – Die EthnologInnen und ihre Gewährsleute

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Sie können sich diesmal auf folgende Programmpunkte freuen:

• Szenische Lesung aus dem Buch „Fremde Freunde“
(Peter-Hammer-Verlag 2006)
• „Leben in der Großfamilie – Forschungen in Südwest-Marokko“
von Dr. Bert Turner und Dipl-Geogr. Jutta Turner,
Max-Planck-Institut für Ethnologische Forschung, Halle/ Saale
• „Wait and See“
Ein Film über Feldforschungen im Hochland von Papua Neuguinea
von Regina Knapp und Ulrike Kaufmann (2004/ Berlin)
• Offenes Forum

Ohne Gewährsleute kommt in der Feldforschung niemand aus, sie sind Schlüsselpersonen zum Verständnis anderer Kulturen. Wie intensiv sich Ethnologinnen und Ethnologen „im Feld“ mit ihnen einlassen, welche Beziehungen, teilweise auch emotionaler Art, sie miteinander eingehen, das wurde in früheren Forschungen jedoch kaum thematisiert. Wenn Gewährsleute Gegenstand von Reflexion waren, dann in der Regel eher privat in Gesprächen mit Freunden oder Kollegen zu Hause oder heimlich - etwa in persönlichen Tagebüchern wie beispielsweise bei Bronislaw Malinowski. Dass das Ergebnis der Feldforschung mit den Informationen steht und fällt, die einem zugänglich gemacht werden und dass damit Informanten selbst ein wesentlicher Bestandteil dieser Forschung sind, wird heutzutage allerdings sehr wohl und durchaus kontrovers thematisiert – oft bis in grundsätzliche Debatten darüber, wie seriös eine Wissenschaft sein kann, wenn sie ihre Erkenntnisse aus ganz persönlichen und individuellen Erfahrungen und Bekanntschaften speist? Dazu kommen Fragen wie: Haben die InformantInnnen nicht auch ein Recht darauf, angemessen für ihre Arbeit entschädigt oder gar an einer Publikation beteiligt zu werden?

Eintritt 3 €, ermäßigt 2 €

Nähere Informationen finden Sie unter www.voelkerkundemuseum-muenchen.de (aktuelles Programm) in der Sektion „Ethnologischer Salon“.

Für Speisen und Getränke sorgt vorher, währenddessen und nachher wie immer Bel Mondo, das Café im Völkerkundemuseum.

[Text und Bild von dort geklaut]

Ein Forschungsreisender in seinem Element –
Der Ethnologe und Sammler Paul Wirz in Indonesien und Neuguinea

von Frau Dr. Andrea Schmidt - Ulm

Der Schweizer Ethnologe und Sammler Paul Wirz (1892-1955) war vierzig Jahre seines Lebens unterwegs: Auf seinen ersten Expeditionen durchstreifte er die Inseln Niederländisch-Indiens, das heutige Indonesien und West-Neuguinea (1915-1927), und Südost-Neuguinea (1930/31). Es folgten Reisen in Afrika, durch Asien, ein Aufenthalt in der Karibik und nochmals Exkursionen in Ost-Neuguinea (1949-55). Die unterwegs von diesem außergewöhnlichen Forschungsreisenden gesammelten Objekte gelangten in zahlreiche Museen Westeuropas. Auch das Museum für Völkerkunde in München besitzt eine Sammlung der frühen, bedeutendsten Reisen, aus der einige Objekte in der aktuellen Ausstellung zu finden sind.

Dr. Andrea E. Schmidt: Studium der Ethnologie, Politischen Wissenschaften und Geografie in Bonn und Freiburg i. Br., Promotion mit einer Biografie über Paul Wirz, Museumsarbeit (Hannover, Basel, Liestal, Schiltach), Universitätsassistenz (Basel), Lehraufträge.

Zeit und Ort:
Donnerstag, den 19. Oktober 2006, 19 Uhr,
Völkerkundemuseum, Maximilianstr. 42

vom Freundeskreis des Museums für Völkerkunde

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